Freitag – 10. Oktober 2008 - Predigt zu Micha 6,8

Lieber Herr Dr. Döpp, liebe Gemeinde,
 
die Einführung eines neuen Schulleiters markiert einen übergang für die Elisabeth-von-Thadden-Schule, für Sie ganz persönlich, Herr Döpp und für Ihre Familie. Der Einschnitt für die Schule ist tief: das Leitungsteam der Schule insgesamt wechselt. Viele werden die Lücke spüren, die sich damit aufgetan hat. Sie spüren aber auch die Chance, dass etwas Neues beginnt und wachsen kann. An der Schule konnten Sie, Herr Döpp, in den vergangenen Wochen seit dem Dienstbeginn spüren wie viele Menschen auf Sie zukommen und Sie unterstützen. Sie haben aber auch die Vielfalt und Größe der Aufgaben gespürt, die sich stellen. Da tut Vergewisserung gut. Der Einführungsgottesdienst ist für Sie und für uns alle, die mit der Schule verbunden sind, ein Geschehen, in dem wir in dieser Situation des übergangs Vergewisserung erfahren können. Wir besinnen uns auf Gott, der unser Leben trägt. Wir hören den Zuspruch, dass Gott uns beisteht. Wir bitten um seinen Segen, von dem das Gelingen unserer Pläne abhängt. Wir besinnen uns auf das, worauf es im Leben ankommt.
Der Wochenspruch für diese Woche aus dem Buch des Propheten Micha sagt uns, worauf es ankommt: Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von Dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott (Micha 6,8).
Worauf kommt es im Leben einer Schule an? In den Sommerferien habe ich Rumänien die Bergschule in Schäßburg/Sighişoara besucht. Sie wurde 1350 gegründet und ist die Partnerschule der Elisabeth-von-Thadden-Schule. Ich lade sie zu einem kleinen Spaziergang dorthin ein. Ein paar Eindrücke von dort können uns hinführen zu dem, worauf uns der Prophet hinweisen will. Um an die Bergschule zu kommen, muss man eine überdachte Stiege mit vielen Stufen hochsteigen und ist ganz schön aus der Puste, bis man oben angelangt ist. Schwitzend dachte ich, als ich die Stufen nahm, an die Schülerinnen und Schüler und die Lehrer, die diesen Weg täglich machen, um lernen und lehren zu können. Sie müssen sich in Bewegung setzen und anstrengen, damit sie das Gute entdecken und erfahren können, das sich ihnen in der Schule bietet. Wer das Gute entdecken will, der muss sich in Bewegung setzen und anstrengen. Auch an unserer Schule wird jedem einzelnen, den Lehrern, den Schülern und besonders dem Schulleiter und seinem Team eine Menge abverlangt. Das Gute fordert den Schweiß der Edlen. Es macht Arbeit. Wir Protestanten haben ein ganz besonderes Verhältnis zur Arbeit. Wir sagen mit Martin Luther und den Reformatoren: Arbeit ist Gottesdienst. Das gilt auch für die Arbeit in der Schule.

  

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